Erste Eindrücke und die Überfahrt an Bord der Korch 2.Teil

Mitten in der Nacht werde ich von dem starken Schaukeln, welches das Schiff nun fest in seiner Gewalt zu haben scheint, aus meinem provisorischen Bett zu Boden geschleudert. Ein schwerer Sturm hält das Schiff fest in seinem Griff und lässt es wie ein kleines Stück Holz auf den Wellen hin und her tanzen. Ich schaffe es nicht wieder auf die Beine zu gelangen, der Seegang ist einfach zu stark und auch Elwerym scheint es schwer zu fallen sich auf den Füßen zu halten.

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Das Tosen der Wellen zusammen mit dem Wind, der immer wieder mit starken Böen das Schiff auf die Seite drückt, verursachen bei mir das Gefühl bedeutungslos und unsagbar klein zu sein. Immer wieder hört man etwas bersten und knarren, durch die Lücken in den Planken an der Bordwand dringt Wasser ein, das ganze Schiff steht kurz davor einfach auseinander zu brechen und mit mir und all den anderen Seelen zusammen für immer auf dem Grund des Meeres zu versinken.

Die Götter scheinen der Überfahrt dieses Schiffes nicht wohlgesonnen zu sein, so bete ich zu Aiagos, dem Gott der See und bitte ihn um Gnade für diese kleine Potte, doch scheint er meine Gebete nicht zu erhören. Elwerym hat es mittlerweile geschafft sich ihre Ausrüstung anzulegen und mir auf die Beine zu helfen. „Nimm dein Schwert!“ Schreit sie mir durch den Lärm des Sturms zu. „Wir müssen hier raus und nach oben, das Schiff wird dem Sturm nicht mehr lange standhalten, wenn wir hier unten bleiben saufen wir zusammen mit den anderen ab!“ Sie hat recht, das Wasser dringt immer wieder von allen Seiten in das Schiff ein, auch durch die Luke an Deck, wird es in regelmäßigen Abständen, in den Bauch der Korch gedrückt. Bei jeder Welle, die über das Schiff schlägt, dringen unzählige Gallonen Wasser an Bord ein.

Ängstlich an den Balken und sonstigen Konstruktionen des Schiffs festgeklammert, kauern die anderen Menschen hier unten und warten auf ihr Ende, der Ausdrück in ihren Augen ist schrecklich, auch mir steht die Furcht vor dem Ertrinken ins Gesicht geschrieben. Elwerym hingegen scheint von den Geschehnissen weniger betroffen zu sein, immer wieder schaut sie sich nach mir um und hilft mir dabei nicht zurück zu bleiben. „Wenn du überleben willst dann musst du deine Furcht besiegen, komm mit mir!“  Ihre Worte hallen in meinen Ohren, die Furcht und vor allem das Mitleid für die anderen hier unten verdrängend, konzentriere ich mich nun ausschließlich darauf ihr zu folgen.

Nach knapp zwanzig weiteren mühevollen Schritten durch den Bug, haben wir die Luke zum Deck erreicht. Schützend steigt Elwerym vor mir die Leiter hinauf, umgehend folge ich ihr. „Spätestens jetzt hätte ich meinen Seesack sowieso liegen lassen müssen, gut, dass ich ihn nicht mehr bei mir habe!“  Denke ich mir. Auf den letzten Sprossen der Leiter hilft sie mir hinauf.

Der Anblick an Deck ist schreckenerregend, der Mast vom Hauptsegel ist gebrochen und  in die Kajüte vom Kapitän gestürzt, überall haben sich Seile und Reste des Segels um Teile der Reling sowie dem zweiten Mast verknotet und halten nun den Mast fest fixiert. Das zweite Segel hängt in Fetzen gerissen, flatternd im Wind. Der Horizont ist nicht zu sehen. Um mich herum sind nur riesige Wellenberge, die im blassen Schein des Mondlichts, der sonst völlig Schwarzen Nacht, auf und ab Tanzen. Die Gischt schlägt immer wieder über das Deck und die meisten Seemänner scheinen schon längst über Bord gegangen zu sein. „Was hast du nun vor?“ Frage ich sie während ich mich an den Überresten des Hauptmastes festklammer, doch gehen meine Worte in dem Donner des Gewitters unter.

Wilde Blitze durchzucken den Himmel und verursachen ein Grollen, welches einem durch Mark und Bein geht. Die Lage scheint aussichtslos. Dieses Schiff ist dem Untergang geweiht.

Ich habe das Gefühl für die Zeit verloren, es fühlt sich an als würde dieser Sturm schon seit Tagen toben, zwei weitere Seemänner wurden über Bord gespült, meine kräfte schwinden und der Sturm scheint immer noch an Stärke zu gewinnen. Meine Augen sind nur noch starr auf meine Hände fixiert, sie krampfen, sie schmerzen, sie wollen sich nicht mehr halten. Ein weiterer schwerer Schlag erschüttert das Schiff, bevor es auf einmal zu völligem Stillstand kommt.  Das Holz knirscht und quietscht bei jedem weiteren Schlag der Wellen, doch bewegt sich das Schiff kein Stück mehr.  Vorsichtig stehe ich auf und versuche mir einen Überblick zu verschaffen. Der Sturm hat die Korch auf ein Riff nahe einer Insel geschoben.

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„Worauf wartest du, wir müssen runter von dem Schiff, es könnte jederzeit wieder von den Wellen verschluckt und auf die offene See gezogen werden!“ 

Umgehend wendet sie mir den Rücken zu und macht sich auf zur Reling. Auf dem Weg greift sie sich ein Seil um es daran zu befestigen und steigt von Bord, ohne zurückzublicken steige auch ich über die Reling, einige folgen noch bevor das Schiff wieder von der See ergriffen wird.

Von den Felsen aus,  auf denen wir uns nun befinden können wir noch erkennen wie sich die See, das Schiff und all die armen Seelen in ihr einverleibt.

In dieser Nacht redet niemand mehr. All die, die es lebendig vom Bord der Korch geschafft hatten, sitzen betreten auf dem kargen Felsen und hoffen, dass die Flut nicht weiter steigt und auch sie verschlingt. Zur Insel zu Schwimmen wäre Selbstmord gewesen, die scharfen Kanten der Felsen würden einem bei dem Wellengang die Knochen zerschlagen und das Fleisch zerschneiden.

(Quelle Spielgeschehen: Antamar, Abenteurer und Ordenskrieger)

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Wie es weiter geht, werdet ihr in meinem nächsten Artikel erfahren, ich hoffe es hat euch gefallen. Wie immer würde ich mich über konstruktive Kritik freuen, bis zum nächsten mal.

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