Erste Eindrücke und die Überfahrt an Bord der Korch 1. Teil

Während ich versuche mich an der Strickleiter hochzuziehen, merke ich wieder wie viel Last ich mir mit meiner Ausrüstung aufgebunden habe, es ist mir kaum möglich mich zusammen mit dem schweren Seesack die Leiter hoch zu ziehen. Zum glück ist der Kerl hinter mir ziemlich kräftig, so das er mich immer wenn ich drohe zu fallen ein Stück nach oben drücken kann. Mit letzter Kraft ziehe ich mich an den letzten Sprossen der Leiter empor, als ich fast oben angelangt bin kommen mir schon ein paar kräftige Arme entgegen, die mich über die Reling an Deck ziehen.

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Mit einem harten Schlag lande ich Gesicht voran auf den rauen Planken des Schiffsdecks. Während ich noch versuche mich aufzurichten, greift mir schon der Seemann, welcher gerade noch hinter mir auf der Leiter war, unter die Arme und richtet mich auf. Mit einem heftigen Schlag auf meine rechte Schulter verabschiedet er sich. Sofort fällt mir auf wie überfüllt dieses kleine Schiff ist, überall liegen Menschen mit dicken Decken auf dem Deck der Korch. Als ich mich weiter umblicke sehe ich ein paar Männer, die eine Eimerkette gebildet haben um Wasser von Bord zu kippen, anscheinend ist die Pumpe nicht mehr funktionstüchtig. Als endlich der letzte Matrose das Beiboot verlassen hat, kommt ein alter von Narben übersäter Mann aus der Kajüte getreten, seine strengen, stechend blauen Augen mustern alles ganz genau, auch auf mir bleibt sein kalter Blick einen kurzen Moment ruhen. Als er nun ein paar knappe Befehle gibt geht alles ganz schnell, die Segel werden in den Wind gedreht und die Mannschaft befolgt strickt seine Anweisungen. Während ich noch etwas unbeholfen versuche einen Überblick über alles zu bekommen, kommt auch schon ein Mitglied der Crew auf mich zu. „Ey was stehst du hier noch so rum , such dir Arbeit, im Laderaum sind se bestimmt froh wen zu ham der hilft das eindringende Wasser wieder von Bord zu schaffen. Schnapp dir n Eimer und mach dich nützlich.“  Um den Hünen nicht zu verärgern mache ich mich auch gleich auf den Weg unter Deck.

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Die Leiter die vom Deck in den Lagerraum führt ist feucht und glatt, nur mit mühe schaffe ich es nicht von einer der Sprossen abzurutschen, die Luft die mir entgegen schlägt, während ich die Leiter herabsteige stinkt widerlich, eine Mischung aus Salz, Schweiß, Urin und feuchtem modrigen Holz brennt sich mir in die Nase. Das Atmen fällt mir hier unten ziemlich schwer. Vorsichtig taste ich mich im Schein der Petroleumlampen nach vorn. Immer wieder muss ich platz für die Leute machen die mit den Eimern rumhantieren. Als ich im hintersten etwas tiefer gelegenem Teil des Lagerraums angekommen bin steht mir das süffige Wasser schon bis zum Knöchel. Eine der Frauen die das Wasser abschöpfen dreht sich zu mir um. „Na los, du siehst doch das Wasser zu deinen Füßen, fang an zu schöpfen oder was hast du hier unten vor!?“ Sogleich wendet sie sich wieder ab um das Wasser abzuschöpfen, die Frau ist von beachtlicher Größe und hervorragend trainiert, nur unter größter Anstrengung schaffe ich es mich ihrem Rhythmus anzupassen. Eimer um Eimer werden endlos in der Kette nach oben geschafft. Während wir damit beschäftigt sind uns um das eindringende Wasser zu kümmern, fällt mir auf das der Wasserstand kontinuierlich auf der gleichen Höhe bleibt.  „Dies ist kein kleines Leck, dieses Schiff ist fast am kentern, wie sollen wir es in diesem lecken Kahn nach Faelughaven schaffen? „ Geht es mir nun durch den Kopf während ich stumpf vor mich hin arbeite. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt endlich jemand um mich abzulösen.

Völlig durchnässt suche ich mir einen Platz um mich niederzulassen, voller entsetzen stelle ich fest, dass ich meinen Seesack in all der Aufregung einfach an Deck liegen lassen hab. Umgehend mache ich mich wieder auf den Weg an Deck um danach zu suchen. Endlich oben angekommen nehme ich erst einmal  einen tiefen Zug der frischen Seeluft, danach sehe ich mich auf der Suche nach meinem Sack um doch kann ihn nirgends entdecken. Aufgebracht über meine eigene Dummheit den Sack einfach liegen gelassen zu haben laufe ich zielstrebig auf die Kajüte vom Kapitän zu und klopfe dann vorsichtig an. „Wer stört?“ Dringt es aus dem Inneren der Kajüte vor die Tür. Da ich nicht genau weiß was ich darauf antworten soll, öffne ich einfach die Tür und trete ein.

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„Was willst n du hier Landratte?“ Sein Blick mustert mich eingehend. „Du bist doch grad erst an Bord gestiegen, was gibts, willst das Deck schrubben oder wat läufst du hier einfach so rein?!“  Der Kapitän steht mit einer dicken Zigarre im Mundwinkel über dem in der Mitte der Kajüte stehenden Tisch und betrachtet wieder seine Karte. „Sach an, ich hab nicht ewig Zeit!“ Donnert er mir nun zu, während er irgendetwas in ein Buch einträgt. „Ähm, ich hab meinen Seesack beim betreten des Schiffs an Deck liegen lassen und kann ihn nicht mehr finden.“

„Was hab ich damit zu tun?“ Raunt er mir teilnahmslos zu. „Ich dachte vielleicht wüsten sie ähm wo er ist oder an wen ich mich wenden kann wenn mir was abhanden kommt.“ Der kapitän wendet mir nun wieder seinen Blick zu und fängt an lauthals zu lachen. „Das hier is n Schiff, wenn du glück hast findst dein Zeug ja selber wieder, weit kanns ja nicht gekommen sein, aber glaub nicht das mans dir einfach wieder gibt, die meisten hier an Bord ham nichts und sind froh über alles was man zu Gold machen kann und nu hau ab Landratte!“

Frustriert und resigniert mache ich mich wieder auf den Weg unter Deck um wenigstens einen Platz für die Nacht  zu finden an dem ich erst einmal meine Ruhe hätte. Nach einigen Minuten habe ich eine freie Stelle gefunden, zwar sehe ich das wohl noch jemand anderes hier sein Lager errichtet hat doch störe ich mich nicht weiter daran. Hier im Bug ist es halbwegs trocken und nicht ganz so stickig wie im Heck.

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Nachdem ich mich endlich von meinen nassen Kleidern befreit habe, hänge ich sie zum trocknen  an der Schiffswand auf.  Im vorderen, leicht erhöhtem Teil des Lagerraums ist etwas Heu eingelagert, zwar ist es feucht und stinkt, doch ist es immer noch besser als direkt auf den harten Planken schlafen zu müssen, so trage ich mir etwas davon zusammen um daraus ein provisorisches Bett für die Nacht zu bauen. Niedergeschlagen und völlig fertig von den Ereignissen des Tages lege ich mich schließlich auf das Heubett um neue Kräfte für den morgigen Tag zu sammeln. Als ich gerade meine Augen schließe höre ich wie sich leichte Schritte meinem Nachtlager nähern, während ich nun ein Auge öffne um zu sehen wer sich mit mir das Lager teilt, kann ich die Frau erkennen mit der ich gerade noch zusammen das Wasser geschöpft habe.

Langsam nähert sie sich um sich schließlich wortlos hinter einem Vorhang zurückzuziehen.  Anscheinend ist auch sie gleichermaßen von den Strapazen des Tages erschöpft. Als ich schon eine Weile meine Augen geschlossen habe und in Gedanken Zuhause bei meiner Familie bin vernehme ich die ruhige Stimme einer Frau. „Was verschlägt euch auf dieses von den Göttern verlassene Schiff ?“  Ich öffne die Augen und blicke in die Richtung aus der die Stimme zu mir drang, der Vorhang ist noch verschlossen. „Wer will das wissen?“ Antworte ich um der Frage  aus dem Weg zu gehen. „Ihr könnt mich Elwerym nennen, nun sagt, was macht ihr auf der Korch.“ Mir ist es etwas unangenehm der fremden zu sagen, dass meine Eltern mich aus Sorge um ihren Jungen auf dieses Schiff geschickt haben.

„Neuanfang“ Antworte ich knapp und setze mich auf. „Ich hab nicht viel bei mir und mein Gepäck ist weg, nun hab ich noch mein Schwert und diesen albernen Helm!“ Missmutig trete ich gegen den Helm, welcher dann auch sogleich mit einem dumpfen schlag gegen die Bordwand fliegt. „Was ist eigentlich mit diesem Schiff passiert, warum steht der hintere Teil des Lagerraums mit Wasser voll, die wollen doch nicht so bis nach Faelughaven segeln?“  Einen Moment lang kommt keine Antwort, außer dem knarrenden Holz und den Wogen der Wellen die an die Bordwand schlagen ist nichts zu hören. „Wenn der Kapitän kein Narr ist, dann läuft er den nächsten sicheren Hafen an. Wir sind Piraten begegnet und der erste Maat hat es geschafft ihnen mit ein paar waghalsigen Manövern im seichten Gewässer zu entgehen, doch wie ihr seht sind wir nicht unbeschadet davon gekommen, wie ist euer Name?“  Nachdem ich nun von dem Angriff der Piraten erfahren habe wird mir meine Lage erst richtig klar, allein ohne jeglichen Ausweg auf einem Schiff, welches leck-geschlagen durch ein Kriegsgebiet und über eine berüchtigte Route der Freibeuter segelt.    „Malik, ich heiße Malik, ich hoffe wir werden heil im nächsten Hafen ankommen Elwerym.“ Sie antwortet nicht mehr, offensichtlich hat der Schlaf sie schon umfangen. Lange Zeit wälze ich mich auf meiner Schlafstelle umher bevor ich letztendlich einschlafe.


So, an dieser Stelle werde ich die Gelegenheit nutzen und das weitere Geschehen auf einen 2.Teil verschieben. Ich hoffe euch gefällt es bisher und ihr seid gespannt wie es weiter geht.  Wie immer würde ich mich über euer Feedback freuen.

(Quelle Spielerlebnis: Antamar, Abenteurer und Ordenskrieger)

 

NPC: „Unter Erde sein böse Geister !“

S1 (Elf): zeigt auf seinen Begleiter. „Ja! Wir nennen sie Zwerge !“

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